August 8 2013

Apocalypse World: Cave – Stille Wasser

Die Oberfläche des Sees war völlig ruhig, kein Regen, kein Nebel, keine Strömung, gleich dahinter die grüne Hölle.
Wie eine massive Wand lag der Urwald am Rand des Sees, die beiden Gestalten wirkten wie Zwerge davor. Schwarz gekleidet, mit Helmen und einer dunklen Kutte über der Rüstung, auf der eine knochige Hand prangt, das Leben verhöhnend die Würfel neu schmeißt.

Eine einzelne Luftblase zerplatzt an der Oberfläche, dann noch eine, mehr und mehr Bewegung auf dem Wasser und schließlich durchstoßen zwei Gestalten die Oberfläche. Mit kräftigen Zügen nähern sie sich dem Ufer und steigen aus dem Becken. Die erste Gestalt, massiger und größer hilft der zweiten, zierlicheren die letzten Meter die Klippe hinauf. Oben angekommen nimmt die kleine Gestalt den Helm ab und blondes Haar fällt dem Mädchen ins Gesicht, mit ihrer Taucherbrille schiebt sie die gelösten Strähnen wieder an ihren Platz.

„Alles gut gelaufen, die Turbinen können  bald wieder los legen. Verschwinden wir jetzt von hier bevor die Hölle hier erwacht.“

Mit einem kurzen nicken und Schulter klopfen, als Anerkennung für die gute Arbeit, hackt sich die Gruppe den kleinen Weg zurück zu den Verwachsenen und umschlungenen Ruinen. Dort angekommen wartet ein weiterer Kuttenträger auf sie. Das blonde Mädchen eilt auf ihn zu um ihm einen Kuss auf die Wange zu hauchen.

„Onkel Clay; es lief alles Reibungslos, du musst dir nicht ständig sorgen um mich machen.“ „Tja, kleine ich hab deinem Dad was versprochen und das halt ich auch, kleine Ms. Cave.“

Der Mann schultert seine Waffe und legt den Arm auf ihre Schulter um sie vorsichtig in Richtung des Aufzugs zu schieben. Mit Hilfe der Handwinden wird der Aufzug mühsam wieder herunter gelassen, der Notstrom wird für wichtigeres gebraucht. Endlich unten angekommen verabschiedet sich Cave von ihren Leuten und wendet sich dem Kontrollraum und damit auch ihrem Wohnbereich zu. Nach dem die Maschinen wieder laufen erfüllen ein stetes Rauschen sowie eine unauffällige Vibration das Holding, das vermittelt Cave eine gewisse Form von Sicherheit. Flackernd erwacht auch das Licht zum Leben und die Wasseraufbereitung und Heizung sollte nun auch wieder auf Hochtouren laufen, also könnte man duschen gehen, wenn man eine hätte…

Wasserdampf hatte sich gebildet. Cave stand noch immer in ihrem Anzug unter der heißen Dusche, tief in Gedanken versunken. Langsam schälte sie sich aus dem almählich sauberen Anzug heraus und lies das heiße Wasser direkt an die Haut. Obwohl sie noch so jung war, war ihr Körper voller Geschichten.

Geschichten so nannte Onkel Clay seine Narben und Tätowierungen, jede davon hing mit einer Geschichte zusammen. Schlimmer waren jedoch die Geschichten, die man nicht sehen konnte. Bei dem Gedanken hatte Cave wieder die Bilder der Kranken und Toten im Kopf und schüttelte sich. Es wurde Zeit, das Holding brauchte sie und es gab viel zu tun. Die Dinge mussten wieder ins Lot gebracht werden…